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Aufstellungen: Situationen verstehen und lösen

In unserem Leben begegnen uns immer wieder Herausforderungen, die uns an unsere Grenzen bringen. Konflikte in der Familie, Blockaden im…

Aufstellungen
Das visualisieren von Beziehungen und Dynamiken innerhalb eines Systems.

In unserem Leben begegnen uns immer wieder Herausforderungen, die uns an unsere Grenzen bringen. Konflikte in der Familie, Blockaden im Beruf oder wiederkehrende Muster, die uns hindern, glücklich und erfüllt zu leben. Hier setzen Aufstellungen an.

Oftmals scheinen diese Situationen unlösbar, tief verwurzelt in einem komplexen Netz von Beziehungen und Erfahrungen. Selbsterkenntnis und Veränderung durch die Aufstellungsarbeit ermöglicht es, die verborgenen Dynamiken hinter schwierigen Situationen zu verstehen und neue Lösungswege zu finden.

Was sind Aufstellungen

Aufstellungsarbeit, auch bekannt als Systemische Aufstellungen, ist eine Methode der Systemischen Therapie. Sie wird verwendet, um die Beziehungen und Dynamiken innerhalb eines Systems zu visualisieren und zu verstehen. Dieses System kann eine Familie, ein Unternehmen, ein Team oder sogar ein inneres System von Gedanken und Gefühlen sein.

Wie funktioniert Aufstellungsarbeit

In einer Aufstellungsarbeit wird zunächst ein Systembild erstellt. Dies geschieht in der Regel mit Hilfe von Stellvertretern, die stellvertretend für die einzelnen Elemente des Systems stehen. Die Stellvertreter werden im Raum positioniert und miteinander in Beziehung gesetzt. Der Klient, der die Aufstellung machen lässt, beobachtet dann das Systembild und teilt seine Wahrnehmungen und Gefühle mit.

Der Aufstellungsleiter hilft dem Klienten, die Beziehungen und Dynamiken im Systembild zu verstehen. Dies kann dem Klienten helfen, Muster zu erkennen, die zu seinen Problemen beitragen. Der Aufstellungsleiter kann dann auch Interventionen durchführen, um das System zu verändern und zu verbessern.

Was sind Stellvertreter?

Nachdem der Aufstellungsleiter, mit dir über deine Probleme gesprochen hat und dir erklärt hat, wie die Aufstellungsarbeit funktioniert und was du erwarten kannst. Danach wirst du gebeten, die Stellvertreter für die einzelnen Elemente des Systems auszuwählen. Die Stellvertreter werden dann im Raum positioniert und miteinander in Beziehung gesetzt. Stellvertreter können sein:

Menschen

Teilnehmer: Die häufigste Form sind andere Menschen, die als Stellvertreter für Familienmitglieder, Kollegen oder andere relevante Personen stehen.
Leiter: In seltenen Fällen übernimmt auch der Leiter der Aufstellung eine Stellvertreterrolle.

Gegenstände

Stühle: Oft werden Stühle verwendet, um Personen oder Elemente des Systems zu repräsentieren.
Kissen: Kissen sind ebenfalls gängige Stellvertreter, insbesondere bei kleineren Gruppen oder Einzelaufstellungen.
Figuren: Kleine Figuren oder Puppen können in Tischaufstellungen verwendet werden, um verschiedene Personen oder Konzepte darzustellen.
Symbole: Manchmal werden Symbole, wie Steine ​​oder andere Objekte, verwendet, um abstraktere Konzepte oder Gefühle darzustellen.

Bilder und Karten

Fotos : Fotos von Personen oder Orten können als Stellvertreter dienen.
Karten : Karten mit Namen oder Symbolen können gelegt werden, um die Stellvertreter zu markieren.

Imaginäre Stellvertreter

Vorstellungskraft: In vielen therapeutischen Ansätzen wird die Vorstellungskraft genutzt, um Personen oder Elemente des Systems zu repräsentieren.

Virtuelle Aufstellungen

  • Online-Tools: In virtuellen Aufstellungen werden verschiedene Tools verwendet, um Stellvertreter darzustellen.
  • Videokonferenzen: Teilnehmer können bei Videokonferenzen Stellvertreterrollen übernehmen.

Die Anzahl der Stellvertreter in einer Aufstellung variiert je nach Komplexität des Themas. Die Stellvertreter müssen nicht alles über die Person oder das Konzept wissen, die/das sie repräsentieren. Es ist wichtig, dass Stellvertreter nach der Aufstellung ihre Erfahrungen reflektieren und sich von der Arbeit distanzieren.

Ziele einer Aufstellungsarbeit

Ziel der Aufstellungsarbeit ist es, dem Klienten zu helfen, seine persönlichen Probleme zu verstehen und Ansätze für Lösungen zu finden. Die Aufstellungsarbeit kann auch dazu beitragen, die Beziehungen innerhalb eines Systems zu verbessern und die Selbstheilungskräfte des Klienten zu aktivieren. Hier ein paar Beispiele auf den Punkt gebracht:

  • Erkennen von Beziehungsmustern und Verstrickungen
  • Lösung von Konflikten und Blockaden
  • Verbesserung der Kommunikation und des Verständnisses
  • Entwicklung neuer Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten
  • Stärkung der Ressourcen und des Selbstwertgefühls

Arten der Aufstellungen

Es gibt verschiedene Arten der Aufstellungsarbeit, die sich in ihrer Methodik, ihrem Fokus und ihren Zielen unterscheiden. Hier ein paar Beispiele:

  • Potentialaufstellung: Die Potentialaufstellung fokussiert sich auf das Potenzial des Klienten. Ziel ist es, die Erweiterung des Bewusstseins, die Stärkung der Ressourcen und die Entwicklung neuer Handlungsmöglichkeiten.
  • Bewusstseinsaufstellung: Der Fokus liegt auf der Vergangenheit und der Aufdeckung unbewusster Muster und Verstrickungen, die das aktuelle Leben des Klienten beeinflussen. Kann hilfreich sein, z.B. bei Beziehungsschwierigkeiten, Ängsten, Depressionen und Traumata. Weitere Details in unserem Beitrag: Bewusstseinsaufstellung: Dein inneres Bild der Welt
  • Familienaufstellungen: Diese Aufstellungsarbeit konzentriert sich auf die Beziehungen innerhalb einer Familie. Sie kann verwendet werden, um Familiengeheimnisse, Traumata und andere Probleme zu lösen.
  • Organisationsaufstellungen: Hier stehen Beziehungen innerhalb eines Unternehmens oder einer anderen Organisation im Fokus. Sie kann verwendet werden, um z.B. Konflikte zu lösen.

Fazit: Eine kraftvolle Methode

Aufstellungsarbeit ist eine der kraftvollsten Methoden, um verborgene Dynamiken sichtbar zu machen. Sie ersetzt keinen gesunden Menschenverstand – aber sie zeigt oft in Minuten, wofür man sonst Jahre bräuchte. Gerade für Menschen, die viel Verantwortung tragen oder stark im Denken sind, kann das ein echter Gamechanger sein.